Konzeption

Familienzentrum emilie in Mellendorf

Der Ev.-luth. Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen eröffnete im Jahr 2017 ein Familienzentrum im Gemeindehaus der Ev.-luth. Kirchengemeinde Mellendorf/Hellendorf.

Die Kindertagesstätte St. Georg – in Trägerschaft des Kirchenkreises – betreut insgesamt 105 Kinder in drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Letztere sind bereits im Gemeindehaus untergebracht, die Kindertagesstätte liegt in der Nachbarschaft (fußläufig ca. 10 Minuten).

Anlass für die Erweiterung des Konzepts zum Familienzentrum ist insbesondere der gesellschaftliche Wandel, der sich sowohl in der Kirchengemeinde als auch in der Kindertagesstätte und deren Zielgruppe - Familien mit kleinen Kindern - deutlich macht.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein wachsender Beratungsbedarf bei Erziehungsfragen, fehlende familiäre oder soziale Netzwerke etc. sind Herausforderungen, denen sich Familien gegenüber sehen und für die sie in der Kindertagesstätte und in dem Familienzentrum kompetente Ansprechpartner/innen finden.

Die Kommune Wedemark als interessantes Wohnumfeld ist beliebtes Zuzugsgebiet für junge Familien. Sie brauchen aufgrund der besonderen Lebensumstände (z. B. Großeltern wohnen weit entfernt) Begegnungsorte, an denen sie Kontakte zu gleichgesinnten Familien finden und ausbauen können. Über Krippe und Kindergarten finden die Familien erste Kontakte und nutzen die dort angebotene Unterstützung und Entlastung. Die Kindertagesstätte nimmt ihren Bildungs-und Erziehungsauftrag gemeinsam mit den Eltern wahr und unterstützt Familien in der pädagogischen Begleitung ihrer Kinder.

Die Kirchengemeinde selbst hat ein großes Interesse an der Arbeit mit Kindern und ihren Familien. Über die religionspädagogische Begleitung der Kita-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Durchführung von Kita- oder Krippengottesdiensten oder die Begleitung von Projekten bietet sie selbst Gruppen und Kreise an, die Bedarfe junger Familien treffen (z. B. Delfi-Kurse, Singen mit Kindern) und die das Miteinander in der Gemeinde fördern und unterstützen. Diese Angebote richten sich nicht nur an Gemeindeglieder, sondern werden darüber hinaus auch von anderen Familien angenommen.

Kern des Familienzentrums sind Krippe und Kindertagesstätte, die mit ihrem Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag die Aufgaben der öffentlichen Jugendhilfe konzeptionell mit dem Profil und Leitbild des evangelischen Trägers füllen und umsetzen.

Ziele

Das Familienzentrum hat sich zum Ziel gesetzt:

  • offen zu sein für alle Menschen, unabhängig von Konfession und Nationalität,
  • auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes zu handeln und den diakonischen Auftrag zu gestalten, Begleitung und Beratung anzubieten,
  • durch ein ganzheitliches Bildungsverständnis nicht nur die Kinder, sondern immer auch die gesamte Familie im Blick zu haben,
  • die Lebensqualität von Familien zu steigern,
  • bedarfsorientierte Angebote in der Gemeinde anzubieten und für Vernetzung ins Gemeinwesen zu sorgen.

Angebote

Eine bedarfsgerechte Angebotsstruktur beinhaltet Beratungs- und Unterstützungsangebote, sowohl kirchlicher als auch öffentlicher Stellen:

  • Lebensberatung und Seelsorge
  • Sozial- und Erziehungsberatung
  • Bildungsangebote für Eltern
  • Projekte gemeinsam mit Haupt- und Ehrenamtlichen

Das Bedürfnis nach sozialen Kontakten durch Austausch und Begegnung ist sowohl für junge Familien, als auch für viele andere Menschen in der Gemeinde zunehmend zu spüren. Das Familienzentrum versteht sich als Treffpunkt für Menschen aller Generationen.

Zusammenarbeit

Im Sinne einer gelingenden Erziehungspartnerschaft arbeiten Kita und Eltern eng zusammen. Zusätzlich organisiert und koordiniert das Familienzentrum unterschiedliche Angebote zur Elternbildung, insbesondere der Stärkung der Erziehungskompetenzen und die religionspädagogische Begleitung im Elementarbereich. Kirchengemeinde und Kindertagesstätte vernetzen sich mit ihren Angeboten, in die auch Ehrenamtliche, Fachreferenten und Fachdienste aus dem Kirchenkreis einbezogen werden.

Das Familienzentrum emilie versteht sich als Kooperationsmodell, ausgehend von einer Kindertagesstätte. Hier bringt sich die Kita mit ihren Mitarbeiterinnen und deren Kontakten zu Fachdiensten, Referenten und Beratungsstellen und die Kirchengemeinde mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden ein. Eine Koordinatorin unterstützt mit 19,50 Wochenstunden den Aufbau des Familienzentrums, stellt Angebote bereit und sorgt für Vernetzung. Die räumlichen Voraussetzungen sind vorhanden und durch eine bauliche Erweiterung des Gemeindehauses erweitert worden. Das Familienzentrum emilie öffnet seine Angebote auch für die ev. Kitas in Brelingen, Bissendorf und Resse. Eine Vernetzung dieser Einrichtungen und ihrer Kirchengemeinden unter dem Aspekt: “Evangelisch in der Wedemark“ soll das evangelische Profil bis in den kommunalen Bereich hinein sichtbar machen.